Ja zum Waffengesetz - Ja zum Reiseland Schweiz

Schengen ist auch für den Tourismus wichtig

Wenn die Schweizer Stimmbevölkerung am 19. Mai über das neue Waffengesetz abstimmt, geht es auch um eine zukunftsweisende Entscheidung für den Tourismusstandort Schweiz. Bei einer Ablehnung der Vorlage droht der Schweiz der automatische Ausschluss aus dem Schengen-Dublin-Abkommen. Schengen ist nicht nur für die Schweizer Sicherheitsbehörden ein Gewinn, sondern auch für den Tourismus. Das Abkommen sichert die Reisefreiheit sowohl für Schweizer, die ins Ausland reisen, wie auch für ausländische Touristen, welche die Schweiz besuchen. 

Gastbeitrag von Andreas Züllig, Präsident Hotelleriesuisse

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Mit einem JA einfache Visumsbestimmungen für die Schweiz sichern

Dank Schengen entfallen die Passkontrollen an den Schengen-Innengrenzen, zu welchen auch die Schweiz zählt. Schweizerinnen und Schweizer müssen damit bei einem Grenzübertritt keinen Pass mehr zeigen. Dies macht das Reisen leicht und erspart lange Wartezeiten. Bei einem Nein müssten an den Schweizer Grenzen wieder Kontrollen eingeführt werden. Das führt zu Staus am Zoll und laut Experten zu jährlichen Wartekosten von bis zu 1,5 Milliarden Franken. Zudem müssten auch alle unsere Landesflughäfen, die sich betrieblich auf Schengen ausgerichtet haben, für viel Geld wieder umgebaut werden. 

«Besonders die Bergregionen wären deshalb von einem Nein betroffen, es wäre aber für die ganze Schweiz eine schwere Hypothek.»

Einfache Visumsbestimmungen für die Schweiz sichern

Dank des Schengenvisums wird auch der Zugang für fernländische Gäste in die Schweiz erleichtert. Beantragen Reisende aus China oder anderen Schengen-Drittstaaten ein Visum für den Schengenraum, können sie damit auf ihrer Europareise auch die Schweiz besuchen. Die Schweiz wird damit als Reiseland viel attraktiver, was sich eindrücklich in den Zahlen niederschlägt. Allein chinesische, indische und arabische Gäste steuern bereits knapp sechs Prozent der gesamten Wertschöpfung der Tourismusbranche bei – Tendenz steigend. Während die Logiernächtezahlen von europäischen Gästen in den Bergregionen zwischen 2008 und 2018 um 43% eingebrochen sind, stiegen jene der Gäste aus Fernmärkten kräftig um 166%. Touristen aus Fernmärkten helfen mit, den Einbruch bei den europäischen Gästen zu kompensieren. Die hohen Tagesausgaben dieser Gäste von 310 bis 420 Franken sichern Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Tourismussektor. 


Insbesondere Bergregionen sind von Nein betroffen

Von den steigenden Gästezahlen aus Fernländern profitieren gerade die ländlichen und alpinen Regionen sehr stark, weil dort der Tourismussektor überdurchschnittlich - nämlich zu rund einem Fünftel - zur Wirtschaftsleistung beiträgt.

«Ja zum Waffengesetz ist ein Ja zu einer landesweit prosperierenden Volkswirtschaft, ein Ja zum Tourismus und ein Ja zum Reiseland Schweiz. »

Der Bund rechnet in einer aktuellen Studie mittelfristig mit jährlichen Nachfragerückgängen im Schweizer Tourismus von bis zu einer halben Milliarde Franken, sollte die Schengen-Mitgliedschaft wegfallen. Von der bei einem Nein wegfallenden touristischen Wertschöpfung, die jährlich immerhin rund 18 Milliarden Franken brutto beträgt, sind auch die nachgelagerten Branchen betroffen, wie beispielsweise der Detailhandel oder Transport. Denn fernländische Touristen übernachten nicht nur in Schweizer Hotels, sondern essen auch in Schweizer Restaurants kaufen Uhren und buchen Taxis oder Reisecars. Fazit: Ein Ja zum Waffengesetz ist ein Ja zu einer landesweit prosperierenden Volkswirtschaft, ein Ja zum Tourismus und ein Ja zum Reiseland Schweiz.