Die Milizarmee muss attraktiver werden

Digitalisierung in der Landesverteidigung

Die Schweizer Milizarmee ist ein Grundpfeiler zur Wahrung unserer inneren und äusseren Sicherheit. Das Milizsystem im Besonderen ist Teil der DNA der Schweiz und trägt zum Zusammenhalt unseres Landes bei. Damit die Wehrpflicht auch künftig attraktiv bleibt, muss unsere Armee den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen angepasst werden.

So können wir feststellen, dass immer mehr Wehrpflichtige während oder nach dem Abschluss der Rekrutenschule in den Zivildienst wechseln. Um diesen Trend entgegenzusteuern und somit sicherzustellen, dass das Militär künftig über genügend aktives Personal verfügt, soll der Militärdienst attraktiver gestaltet werden. Ich bin erfreut, dass letzten Donnerstag die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates das von mir initiierte Postulat „Den Militärdienst attraktiver machen. Bericht“ überwiesen hat. Darin wird der Bundesrat dazu aufgefordert, in einem Bericht Massnahmen aufzuzeigen, wie die Attraktivität der Dienstpflicht gesteigert werden kann. Dies ist im Einklang mit der Forderung der FDP.Die Liberalen, neue Dienstmodelle zu prüfen.

In einem Postulat fordere ich indes, dass die Schweizer Armee ihr Technologie-Know-how fördert, sichert und die Zusammenarbeit zwischen der Armee und den Bildungsinstituten weiterentwickelt. So sollen künftig Maschinenbauingenieure Drohnen für die Luftaufklärung weiterentwickeln und Informatiker den Cyberraum oder die Militärverschlüsselung sicherer gestalten. Vorstellbar wäre eine engere Zusammenarbeit mit Hochschulen, sodass Praktika oder Doktorarbeiten als Diensttage angerechnet werden. Nicht nur würde so unsere Armee wertvolles Know-how dazugewinnen, die militärische Ausbildung würde sich nach der steigenden Nachfrage des Arbeitsmarktes nach Personen mit digitalen Kompetenzen ausrichten und somit attraktiver werden.

Nur zwei Tage nach dem Einreichen meines Postulates kommunizierte Guy Parmelin seine Ideen zu einer Cyber RS. Dies ist zu begrüssen, ist aber nur eine von vielen Möglichkeiten, welche geprüft werden müssen. Das Thema ist nun auf der Agenda!

von Marcel Dobler, Nationalrat SG