Ein Vorsatz fürs neue Jahr

Geschrieben von Raphael Scherer, Vorstandsmitglied Radigal

 

Mit der Wahl von Donald Trump zum designierten Präsidenten der USA sind Themen wieder salonfähig geworden, die der politische Beobachter schon längst tot geglaubt hatte. Rassismus, Sexismus und Homophobie scheinen für grosse Teile der amerikanischen Bevölkerung noch immer akzeptabel zu sein. Trauriger Höhepunkt solchen Hasses war das Attentat auf einen Schwulenklub in Orlando im Juni dieses Jahres. Gleichzeitig gehört es doch schon längst zum guten Ton, zu Fragen von Gleichstellung und Toleranz eine gesellschaftsliberale Haltung einzunehmen.

 


Fernab dieser tief sich auftuenden Gräben erscheint die Schweiz als Ort gesellschaftlicher Kohäsion. Tatsächlich konnte die LGBT+-Community, die neben Schwulen und Lesben auch Transmenschen und weitere sexuelle Identitäten und Orientierungen umfasst, dieses Jahr einen Erfolg verbuchen: Das Parlament sprach sich in der Sommersession für die Öffnung der Adoption für Konkubinatspaare und solche in eingetragener Partnerschaft aus, und das dagegen angedrohte Referendum scheiterte. Gleichwohl ist die Schweiz immer noch weit entfernt von einer echten Gleichstellung der verschiedenen Lebensformen, die in diesem Land tagtäglich gelebte Realität sind.


Auch wenn Themen der Gleichberechtigung und des gesellschaftlichen Fortschritts im Schweizer Sorgenbarometer momentan nicht die obersten Plätze belegen, darf sich die FDP als liberales Original nicht von anderen Parteien den Wind aus den Segeln nehmen lassen. Mit Radigal verfügt sie über eine eigene Fachgruppe, die sich erst dieses Jahr neu aufgestellt hat (Freisinn 04/2016) und mit Herzblut und Engagement für die individuelle Freiheit aller kämpft. Unsere Partei kann hier eine überzeugende Vorreiterrolle einzunehmen zwischen den Winterbären von rechts und den Gleichmacherei-Turbos von links. Gehen wir es an im neuen Jahr.