Occupy Dorfplatz
geschrieben von Andrea Caroni, Nationalrat AR

Woran liegt es, dass wir Freisinnigen, die wir doch unsere moderne Schweiz gegründet haben, seit 1979 alle vier Jahre Stimmenprozente verlieren? Nun, es liegt bestimmt nicht am Ideal der Freiheit – es ist so attraktiv und aktuell wie je zuvor, man schaue nur nach Nordafrika. Auch unsere Kernthemen haben Kraft, wobei wir stets auch an die Umwelt denken müssen.
Verkaufen wir uns also einfach zu wenig gut? Bestimmt können wir in der Aussenwirkung auch mit frischen Gesichtern punkten und stets daran feilen, wie „knackig“ unserer Botschaften rüberkommt. Für mich steht aber etwas ganz anderes im Vordergrund: Wir müssen wieder eine liberale Volkspartei sein.
Liberal sind wir schon. Finden wir also zurück zur Volksspartei.
Damit meine ich zweierlei: Erstens müssen alle wissen, dass wir uns für die Freiheit (und Verantwortung) aller einsetzen, nicht nur einer Elite.Wir stehen ein für die Gewerbefreiheit eines Bäckers genauso wie für die Bewegungsfreiheit von Jungen im Ausgang oder für die Freiheit der Lebensgestaltung einer jungen Mutter und Berufsfrau.
Zweitens müssen wir die Volksnähe pflegen und den Leuten sagen: Wir gehören zu Euch. Das tun wir am besten, indem wir es beweisen. Das Motto heisst „Occupy Dorfplatz“. In Ausserrhoden haben wir damit überwältigend Sympathien – und die Wahlen – gewonnen. Gehen wir also überall zu den Leuten, wo wir nur können – auf die Strasse, in die Beiz, ans Dorffest und in den Gemeindesaal.
Oder wie es Abraham Lincoln gesagt hätte: Seien wir eine liberale Volkspartei mit den Leuten, für die Leute, bei den Leuten.








Kommentare
Bereits Gottfried Keller hatte festgehalten:Zu Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland.
Peter Fehr, Zug
Entspricht genau meiner eigenen Sicht einer erfolgreichen FDP, Freiheit erhalten, heisst Verantwortung zu übernehmen. Wer sich verantwortlich fühlt muss nachhaltig denken und er muss wissen für wen und was er Verantwortung übernimmt. Wir können es Dorfplatz nennen oder Treffen im Facebook. Die FDP muss am Puls der Leute sein.
Ich habe heute beim surfen das erste Mal von Ihnen gehört und gelesen. Ich hoffe, dass Sie Ihre politische Gesinnung und die frische Art auch in Bern behalten werden und so die unterschiedlich en blockierenden Haltungen aufbrechen können. Auch dem ramponierten FDP Image tut dies sehr gut. Insbesondere die Umwelt- und Energiepolitik braucht starke, innovative Kräfte um den dringend nötigen Umbau mit effizienten Lenkungsmassnah men und Geschwindigkeit voranzutreiben. Genau in diesem Bereich ist auch ein Umdenken in der FDP erforderlich. Es gibt sehr viele FDP'ler, die auch diesen neuen Weg beschreiten möchten. Mit einer offenen, nachhaltigen Ausrichtung können die überholten Strukturen und erfolglosen Standpunkte innerhalb der heutigen FDP aufgebrochen werden.
Vielen Dank für Ihr Vertrauen. Ich freue mich, wenn ich in der FDP dazu beitragen kann, Ihr zu Erfolg zu verhelfen. Mein Herzblut für einen modernen, aufgeschlossene n und volksnahen Freisinn steht zur Verfügung.
Passt bloss auf, dass Ihr nicht auch so verkommt, wie die CVP!
Ich bin der Ueberzeugung, dass es in der aktuellen politischen Landschaft viel wichtiger ist endlich wieder zusammen Loesungen zu suchen und diese dann gemeinsam zu vertreten. Es ist wichtig loesungsorienti erte Persoenlichkeit en zu haben, anstelle von Leuten die ihr Gesicht lieber in den Medien sehen, anstelle aktiv mit zu arbeiten.
Die FDP ist alles andere als etatistisch, sondern das liberale Original. Dazu können Sie das Parlamentarier-Ranking konsultieren, das Gewerbe oder auch die Leute auf der Strasse fragen. Ganz in Ihrem Sinne haben wir auch unsere liberalen Grundsätze an unserer Februar-DV neu verabschiedet und bekräftigt.
Auch Umweltpolitik kann liberal sein. Wer sich dafür einsetzt, dass jedermann die Umweltkosten die er verursacht, selber trägt (Verursacherpri nzip), schont unsere Ressourcen auf effiziente und eigenverantwort liche Weise. Auch dem Staat kann hier eine Rolle zukommen, namentlich in der Grundlagenforsc hung, aber auch zur Herstellung von Kostenwahrheit und ganz besonders, indem er seine Umweltbürokrati e im Zaume hält.
Einigen Ihrer Aussagen kann ich schliesslich nicht ganz folgen, da sie mir widersprüchlich scheinen (Status Quo vs. Atomausstieg; keine staatliche Energiepolitik vs. Atomdiskriminie rung...).
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